Orientsonne – Infos über den Orient

Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

Orientsonne – Infos über den Orient - Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

Tartus

Tartus ist eine kleine Hafenstadt am Mittelmeer mit 160000 Einwohnern. Sie liegt etwa 220 km nordwestlich von Damaskus. In der Nähe befinden sich Sehenswürdigkeiten wie Amrit, Arwad, Krak des Chevaliers und die Burg al-Marqab.

Geschichte

Vom phönizischen Antaradus (Bedeutung: gegenüber der Insel Arwad) ist nicht mehr allzuviel zu sehen. Wichtiger in dieser Zeit war die Siedlung auf der vorgelagerten Insel Arwad.
Im dritten Jahrhundert wurde eine Kapelle der Jungfrau Maria errichtet, die Kaiser Konstantin besucht haben soll. Zweihundert Jahre später zerstörte jedoch ein Erdbeben die Kapelle, wobei der Altar wie durch ein Wunder verschont wurde. Deswegen errichteten die Kreuzfahrer 1123 erneut eine Kirche an derselben Stelle.
Nur ad-Din besetzte Tartus für kurze Zeit; den Kreuzfahrern gelang es jedoch schnell, die Stadt zurückzuerobern. Die Tempelritter errichteten daraufin starke Verteidigungsanlagen. 1188 besetzte Salah ud-Din Tartus. Die Kreuzfahrer verschanzten sich in der Kirche und die Muslime zogen nach einer Weile unverrichteter Dinge wieder ab. Die Templer blieben noch bis 1291 die Herren der Stadt; dann waren sie gezwungen, Tartus aufzugeben und flüchteten nach Arwad, wo sie sich noch bis 1302 halten konnten.
In der Zeit der Osmanen und der französischen Besatzungsmacht unbedeutend, wurde es nach der Unabhängigkeit Syriens schnell zu seiner zweitgrößten Hafenstadt. Heute entstehen in der Umgebung immer mehr Ferienhäuser und große Hotelkomplexe. Etwas abseits der Stadt gibt es hervorragende Strände. Die Stadt bietet gute Übernachtungsmöglichkeiten und empfielt sich als Ausgangspunkt für Reisen in die Umgebung.

Sehenswürdigkeiten

Das wichtigste Bauwerk der Stadt ist die erwähnte Kathedrale „Unsere liebe Frau zu Tortosa“. Sie gilt als der schönste Sakralbau, den die Kreuzfahrer in Syrien errichtet haben. Der bereits erwähnte antike Altar kann immernoch besichtigt werden. In muslimischer Zeit wurde die Kirche zweitweise als Moschee genutzt, unter den Osmanen diente sie als Militärbaracke. Die Franzosen wandelten sie schließlich in ein Museum um, das bis heute existiert. Hier werden vor allem Exponate aus phönizischer und römischer Zeit ausgestellt.
Sehenswert ist außerdem die Zitadelle. Hier verschanzten sich die Kreuzfahrer, als Salah ud-Din die Stadt belagerte. Im Laufe der Zeit haben die Einwohner von Tartus Häuser innerhalb der Zitadelle errichtet, was zu einer einzigartigen Verschmelzung von altem Mauerwerk und Wohnraum führte. Ein Spaziergang lohnt hier allemal.