Orientsonne – Infos über den Orient

Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

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Maalula

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Maalula – das schönste Dorf Syriens

Maalula gilt als das schönste Dorf Syriens – und das zu Recht. Es liegt ungefähr 50 km nördlich von Damaskus. Auf 1700 m Höhe schmiegen sich hier bunte Häuser schmiegen in einen Talkessel.

Dank der sehr geschützen Lage war Maalula über Jahrhunderte hinweg ein Zufluchtsort für die oft verfolgten Christen, die hier zahlreiche Kirchen errichteten und darüber hinaus ihre Sprache bewahrten – einen aramäischen Dialekt. Das Aramäische ist eine sehr alte Sprache und besteht schon seit 1000 v.Chr. Es war die vorherrschende Mundart in ganz Syrien, auch Jesus von Nazaeth sprach darin. Schließlich wurde das Aramäische durch die arabische Sprache verdrängt.

Die Legende der heiligen Thekla

Einer Legende nach hatte sich die Königstochter Thekla, kurz nach Jesu Tod zum Christentum bekehrt. Als ihr Vater sie daraufhin mit einem ungeliebten Mann verheiraten wollte, floh sie nach Maalula. Das Dorf war nach der Fee Maalula benannt worden, die einst Aramäern aus großer Bedrängnis gerettet hatte, in dem sie ihnen jenen schwer zugänglichen Talkessel gezeigt und als Wohnstätte überlassen hatte. Als Dank mussten die Aramäer versprechen, jeden, der in Not geraten war, aufzunehmen. Thekla floh also nach Maalula. Doch ihr Vater folgte ihr und er befahl den Bewohnern, seine Tochter herauszugeben. Als sie sich weigerten, erhob sich eine blutige Schlacht. Alle Männer von Maalula fielen. Daraufhin wollte sich Thekla den Soldaten ihres Vaters ausliefern, um wenigstens die Kinder zu retten. Die jedoch schrien so laut, dass die Soldaten sie entdeckten und die Königstochter gefangennehmen wollten. Da aber stieß Thekla einen so lauten Schrei aus, dass die Felsen sich spalteten und alle Soldaten unter sich begruben. Seit dieser zeit soll niemand mehr Maalula erobert haben.

Sehenswürdigkeiten von Maalula

Bei einem Spaziergang durch Maalula mag es einem erscheinen, dass die Geschichte wahr sein könnte. Die malerische Landschaft, vor allem auch die Theklaschlucht, beflügelt die Fantasie und lässt vor dem inneren Auge die Bilder der alten Legende vorüberziehen.
Sehenswert in Maalula sind neben dem Ort selbst auch zwei Klöster. Das Kloster des heiligen Sergius trohnt hoch über dem Dorf auf einem Felsen. Die Klosteranlage stammt bereits aus dem 3. Jahrhundert und gehört damit zu den ältesten noch genutzten Kirchenbauten weltweit. Hier erklären freundliche Führer gerne alles wichtige und bieten die Möglichkeit, dem Glaubensbekenntnis auf Aramäisch zu lauschen. Das Kloster der heiligen Thekla befindet sich im Talkessel neben dem Eingang zur Theklaschlucht. Hier ruht die heilige Thekla in einem Felsengrab.

Festlichkeiten in Maalula

Drei Festlichkeiten – das Fest des Kreuzes am 14. September, das Fest der heligen Thekla am 22. September und das Fest des heiligen Sergius am 7. Oktober ziehen jedes Jahr zahlreiche christliche Besucher nach Maalula. Besonders das Kreuzfest wird im ganzen Nahen Osten zelebriert. Der Sage nach ließ der römische kaiser Konstantin Boten nach Jerusalem schicken, um das heilige Kreuz zu finden. Als es den Boten gelungen war, entzündeten sie auf einem Berg ein großes Feuer als Zeichen. Dörfer, die das Feuer sahen, entzündeten ebenfalls Feuer, um das Signal weiterzuleiten, bis es schließlich den Kaier erreichte. Deswegen werden am Kreuzfest noch immer große Feuer entzündet, um den Fund des Kreuzes zu feiern.

Maalula im Bürgerkrieg

Ende 2013 war Maalula hart umkämpft und wurde zeitweise von den Rebellen besetzt. Im Thekla-Kloster wurden einige Nonnen entführt und mehrere Monate in der nahegelegenen Ortschaft Yabrud festgehalten. Anfang 2014 wurden sie wieder freigelassen. Pünktlich zu Ostern gelang es den Regierungstruppen, Maalula zurückzuerobern. Bashar al-Assad ließ sich medienwirksam als Befreier Maalulas fotografieren. Er besichtigte die Schäden an Klöstern und Kirchen. Wie genau diese zu Schaden kamen, ist nicht ganz sicher. Es wäre den al-Qaida nahestehenden islamistischen Rebellen zuzutrauen, mutwillig die Zerstörungen verursacht zu haben. Fest steht, dass zahlreiche Kunstschätze aus Maalula und aus anderen christlichen Stätten geplündert und ins Ausland verkauft wurden. Es ist aber auch möglich, dass die Schäden durch die zahlreichen Scharmützel zwischen Rebellen und Regierungstruppenm entstanden.