Orientsonne – Infos über den Orient

Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

Orientsonne – Infos über den Orient - Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

ar-Resafa

Blick von der Stadtmauer auf die Kathedrale von ar-Resafa

Blick von der Stadtmauer auf die Kathedrale von ar-Resafa

Ar-Resafa liegt etwa 35 km südlich von ar-Raqqa mitten in der Wüste. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt vor allem in byzantinischer Zeit, in der viele Kirchen und gewaltige Zisternen entstanden.

Geschichte

Die Assyrer errichteten etwa 800 vor Christus an dieser Stätte ein Militärlager. In den nächsten Jahrhunderten blieb ar-Resafa ein kleiner Handelsstützpunkt an den Handelsstraßen zwischen dem Euphrat, Damaskus und Palmyra. Die Römer bauten die Stadt aus, denn sie benötigten Bollwerke gegen die immer wieder angreifenden Sassaniden.

In byzantinischer Zeit war ar-Resafa ein wichtiges Pilgerzentrum für Christen: hier wurde 305 n. Chr. der römische Hauptmann Sergios Opfer der Christenverfolgungen. Ihm zu Ehren entstand 559 eine Kirche, die Pilger der Umgebung anzog. Die Stadt wurde in dieser Zeit Sergiopolis genannt.

Kathedrale von ar-Resafa

Kathedrale von ar-Resafa

Im 7. Jahrhundert gelang es den Sassaniden, ar-Resafa einzunehmen. Doch ihr Triumph wehrte nur kurz – 636 eroberten die Muslime die Stadt. Die umayyadischen Kalifen nutzten die Stätte alsbald als Sommerresidenz und ar-Resafe erlebte eine Blütezeit. Die Einwohner waren zumeist Christen, die vom Handel lebten. Sie schlossen Schutzverträge mit den Beduinen, was ihnen ein friedliches Miteinander garantierte. 1247 wurde die Schöne der Wüste schließlich durch die Mongolen zerstört.

Sehenswertes

Ar-Resafa beeindruckt noch immer jeden Besucher. Da in der Stadt viele Christen wohnten, finden sich zahlreiche Kirchenruinen, die wie die gut erhaltene Stadtmauer zum Teil bestiegen werden können. Der bedeutendste Sakralbau der Stätte ist dabei die Kirche des St. Sergius, von deren einstiger Pracht Säulenreste mit reichhaltiger Verzierung zeugen.  Beeindruckend sind auch besonders die Zisternen – sie gehören zu den Größten des Orients. Es ist nicht klar, ob sie bereits von der Römern oder doch erst unter den Muslimen gebaut wurden.
Der Gewaltigste dieser Wasserspeicher ist 65 m lang und 22 m breit; er fasste 14600 Kubikmeter Wasser und war so groß, dass auch in Trockenzeiten 6000 Menschen mit Wasser versorgt werden konnten. Da ar-Resafa keine eigene Quelle besaß, waren die Zisternen äußerst wichtig. Wenn im Sommer jedoch trotzdem einmal das Wasser knapp war, wurden Sklaven mit Eselskarren zum Euphrat geschickt um für das kühle Nass zu sorgen.