Orientsonne – Infos über den Orient

Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

Orientsonne – Infos über den Orient - Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

Shaizar

burg shaizar syrien digital bearbeitet schwarz weiß Zum Projekt Syriens Zukunft

Shaizar (auch Sheizar, Schaizar, Scheizar oder Shayzar) liegt etwa 20 km nordwestlich von Hama und ist besonders wegen der beeindruckenden Burganlage oberhalb des Orontes bekannt.

Osama ibn Munqidh – Unterhaltsames und Belehrendes aus der Zeit der Kreuzzüge

Zur Zeit der Kreuzzüge gehörte die Festung und die dazugehörige Stadt dem arabischen Stamm der Munqidh. Die Burg liegt hoch oben über dem Dorf auf einem Bergrücken. Zum Dorf hin fällt der Bergrücken steil in das fruchtbare Tal des Ghab ab, auf der anderen Seite hat der Orontes eine tiefe Schlucht gegraben. Schon um 1400 v. Chr. war die Stelle besiedelt, auch in griechischer und römischer Zeit befand sich dort eine Stadt. Nach 636 wechselte die Stadt mehrmals zwischen Arabern und Byzantinern hin und her, bis sie schließlich 1081 an die Sippe der Munqidh fiel.
Das Emirat dauerte bis 1157 an, als ein starkes Erdbeben die Zitadelle zerstörte und damit fast die gesamte Emirsfamilie tötete. In der Folgezeit wurde Shaizar sowohl von den Assassinen als auch von den Kreuzrittern angegriffen und schließlich von Nur ad-Din übernommen. 1170 wurde Schaizar erneut durch ein Erdbeben zerstört und 1241 von einer Söldnertruppe aus Khorasan eingenommen. Der mamelukische Sultan Baibars eroberte die Stadt 1260 zurück und baute sie wieder auf. Der Bekannteste der Munqidh-Sippe war der Schriftsteller, Dichter, Politiker und Diplomat Osama ibn Munqidh (1095-1188), der 1175 seine Memoiren „Buch der Belehrung durch Beispiele“ verfasste. Dieses Buch wurde unter verschiedenen Titeln und Editoren immer wieder herausgegeben. Der Autor widmete sich vor allem dem Alltagsleben und beschrieb in aller Ausführlichkeit die Jagd, medizinische Behandlungen und Wundergeschichten. Es sind jedoch auch zahlreiche Berichte über die Kreuzritter enthalten. Ihm verdanken wir eine sehr lebensfrohe und bildhafte Darstellung der damaligen Zeit.

Viel von den Ruinen ist leider schon verfallen; jedoch wurden der nördliche Toraufgang und der südliche Turm aus der Zeit der Mamluken wieder restauriert. Mohammed, der für die Restauration verantwortlich ist, führt gerne durch die Ruinen und erklärt, welcher Teil unter welcher Herrschaft erbaut wurde.