Orientsonne – Infos über den Orient

Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

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Halabiya

Halabiya und Zalabiya sind zwei am Euphrat gelegene Festungen, 58 km nördlich von Deir az-Zor. Halabiya wurde zuerst in den Listen des assyrischen Königs Ashurnasirpal I (1050-1031 v.Chr), dem Enkel von Tilgath-Pileser I, erwähnt. Sein Nachfahre Ashurnasirpal II dehnte das Herrschaftsgebiet seines Vorfahren weiter aus – es erstreckte sich bis zum Mittelmeer nach Tyros, das ihm Tribut entrichtete. Nach ihm besiedelten Bybylonier, Assyrer und Aramäer die Stätte, bis Alexander der Große die Anlage zerstörte. In der Zeit des Seleukos errichteten die Perser ein Handelszentrum an dieser Stelle. Bewohner der Stadtr Palmyra suchten 41 v.Chr zuflucht in der Festung, die jedoch von Marc Aurel zerstört wurde.

Im dritten Jahrhundert errichtete die palmyrenische Königin Zenobia an dieser Stelle zwei Festungen, die sich gegenüberlagen. Kurze Zeit nach ihrer Erbaung besetzten jedoch die Römer beide Burgen. Die römischen Kaiser Diocletian und Justinian ließen die Anlagen weiter ausbauen, um sich besser gegen die Sassaniden verteidigen zu können. 610 gelang es diesen jedoch, beide Festungen zu zerstören. Die Araber eroberten nur 15 Jahre später das Sassanidenreich. Da Halabiye und Zalabiye aber nicht mehr an forderster Front lagen, wurden beide Burgen verlassen. In Halabiya können heute noch immer palmyrenische Grabtürme, der Cardo maximus, römische Bäder, zwei Basilikas sowie der altrömische Marktplatz besichtigt werden. Von Zalabiya ist heute nicht mehr viel zu sehen; da sich von der Ruine ein herrlicher Blick auf Halabiye bietet, ist auch ein Besuch dieser Anlage lohnenswert.