Orientsonne – Infos über den Orient

Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

Orientsonne – Infos über den Orient - Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

Syrien

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Bürgerkrieg in Syrien

Seit 2011 tobt in Syrien ein erbitterter Bürgerkrieg. Zwei Drittel aller Häuser sind zerstört, 9 Millionen Syrer sind auf der Flucht, die Zahl der Toten lässt sich kaum mehr zählen.

Darüber hinaus wurde das kulturelle Erbe Syriens teils zerstört, teils geplündert und ins Ausland verkauft. Der große Basar und die Omayyadenmoschee in Aleppo haben besonders gelitten. Der Bürgerkrieg kostet nicht nur unzähligen Syrer das Leben, sondern zerstört gleichzeitig ihr kulturelles Erbe und ihre Identität.

Die folgenden Bilder wurden in den Jahren 2006 bis 2011 aufgenommen und digital nachbearbeitet. Das kulturelle Erbe Syriens verliert sich im Dunkel der Geschichte, das Schicksal der Syrer bleibt ungewiss.

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Das Wichtigste der Nachrichten aus Syrien in Kürze:

In Syrien gibt es kein gut oder böse. Die Rebellen sind zersplittert in säkulare Gruppen ( Frei Syrische Armee), aber auch in immer stärker werdende, als-Qaida-nahe und von Qatar und Saudi Arabien unterstützte Gruppen.

Die Global Player in Syrien

Baschar und die Alawiten haben nichts zu verlieren – sie werden bis zum Schluss kämpfen. Die Rebellen haben bereits angekündigt: nach ihrem Sieg wird es keine Alawiten in Syrien mehr geben.

Österreich gedenkt, seine Blauhelmsoldaten abzuziehen, wenn die Rebellen Waffen erhalten – damit die Blauhelme nicht mit den eigenen Waffen bedroht werden.

Russland bewaffnet das syrische Regime, um seinen Stützpunkt in Tartus zu halten. Iran unterstützt Syrien, um seinen Einfluss in der Region zu wahren und mit der Hizbollah ein Druckmittel in der Hand zu haben.

Saudi Arabien und Qatar bewaffnen die Rebellen, um  sich als weiterer Global Player zu etablieren. Qatar verteilt wahllos Waffen, während sich Saudi Arabien etwas mehr zurückhält – nachdem sie in Afghanistan die Mudschahedin unterstützten, die sich danach gegen Saudi Arabien wandten.

Die USA will Baschar stürzen, sich aber möglichst wenig einmischen. Es gibt für sie zu viele gescheiterte Konfliktlösungen (Irak und Afghanistan), der Rückhalt der eigenen Bevölkerung schwindet. Mit der Festsetzung einer roten Linie bei Chemiewaffeneinsatz haben sie sich selbst unter Zugzwang gesetzt.

Der Libanon ist zweigeteilt – die konservativen Sunniten sind für die Rebellen, die zahlreichen Alawiten und Schiiten – allen voran die vom Iran unterstützte Hizbollah – kämpfen dagegen. Besonders umkämpft ist Tarabulous im Norden.

Europa schaut hilflos zu. Zu unterschiedlich ist die Opposition. Europa ist aber auch in sich gespalten – insbesondere Großbritannien und Frankreich plädieren für ein Aufrüsten der Rebellen, Deutschland rät zur Mäßigung. Vielleicht das vernünftigste, was sie machen können. Ein weiteres Aufrüsten der Rebellen wird einen Bürgerkrieg nicht stoppen – auch dann nicht, wenn Baschar gestürzt werden sollte. Europa steht so zwischen Pest und Cholera.

Der Syrische Nationalrat und seine Klone reden viel, haben aber so gut wie keinen Einfluss auf die unterschiedlichen Rebellengruppen. Sollte Baschar stürzen, werden diese bestimmt nicht herrschen.

Jordanien nimmt fleißig Flüchtlinge auf, wird dem Ansturm aber vielleicht nicht mehr lange standhalten. Dabei wäre es wünschenswert, wenn die Monarchie stabil bleibt und Reformen in die Wege leitet – in wirtschaftlicher und in demokratischer Hinsicht.

Die Türkei lässt al-Qaida Kämpfer ins Land und bietet den Rebellen einen Rückzugsort. Sie unterstützt auch Islamisten. Erdogan ist im Zwiespalt – in der Türkei gibt es eine große alawitische Gemeinde, die eher Baschar zugeneigt ist.

Und dann gibt es in Nordostsyrien noch die Kurden, die – zumeist unter einem Ableger der PKK organisiert, unter stiller Billigung des syrischen Regimes einen eigenen Staat errichten wollen und auch nicht vor Kämpfen mit den Rebellen zurückschrecken. Auchdies wird Erdogan nicht amüsieren.

Die syrische Bevölkerung leidet. Sie sind die Verlierer – egal, wie der Bürgerkrieg weitergeht. Ein Viertel aller Häuser sind in Syrien zerstört (Stand Juni 2013). Hilfe für die Flüchtlinge wäre der beste Weg, wie Europa helfen könnte. Sowie ein komplettes Waffenembargo. Doch dazu müssten auch die USA, Russland und Saudi Arabien mitziehen. Und die Türkei müsste seine Grenzen schließen.

Weitere Informationen: UNESCO Welterbe in Syrien in Gefahr