Orientsonne – Infos über den Orient

Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

Orientsonne – Infos über den Orient - Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

Aktion Deutschland hilft

Aktion Deutschland hilft ist ein Zusammenschluss verschiedener Hilfsorganisationen. Dazu gehören die AWO, Die Johanniter, die Malteser, der Verein Help und viele weitere. Das Bündnis wurde 2001 gegründet, um im Falle von Katastrophen schnell Hilfe leisten zu können.

Unterstützung für syrische Flüchtlinge in Deutschland

Die Hilfen für Syrien sind vielfältig. So unterstützen beispielsweise die AWO und der Arbeiter-Samariter-Bund bundesweit syrische Flüchtlinge und ihre Familien. Viele der Flüchtlinge haben Angehörige verloren. Ihr Besitz wurde in Grund und Boden gebombt oder von den jeweiligen Kriegsparteien konfiziert bzw. okkupiert.

Unterstützung von Syrern in Flüchtlingslagern

9 Millionen Syrer sind auf der Flucht. Die meisten sind innerhalb von Syrien untergekommen, viele auch in den gigantischen Flüchtlingslagern im Libanon, in Jordanien und in der Türkei. Auch in die autonome Region Kurdistan im Irak sind Syrer geflohen. Auch dort wurden Flüchtlingslager für sie errichtet. Dort arbeiten Notfallpädagogen, die den Kindern dabei helfen wollen, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten.

Das sind nur einige Beispiele, wie die Aktion Deutschland hilft syrische Flüchtlinge unterstützt. Auch Sie können helfen!

SOS Kinderdörfer helfen in Syrien

SOS-Kinderdörfer leisten in Syrien Nothilfe

Ihre Spende kann viel bewegen!

Die SOS-Kinderdörfer sind seit über 30 Jahren in Syrien aktiv und betreiben zwei SOS-Kinderdörfer, Jugendeinrichtungen und Sozialprogramme. Diese bilden die Basis, um in Damaskus und Umgebung, Aleppo und angrenzende Gebiete sowie in der Küstenstadt Latakia Nothilfe zu leisten.

Die Hilfen im Einzelnen:

  • Versorgung von Flüchtlingskindern und ihren Familien mit Hilfsütern wie Lebensmitteln, Medikamenten, Hygieneprodukten etc.
  • In Syrien kann es im Winter sehr kalt werden – die SOS Kinderdörfer haben im Winter 2014 insgesamt 30.000 Kindern und Erwachsenen mit warmer Kleidung und Decken geholfen.
  • Im Rahmen von psychologischer Betreuung versuchen die SOS Kinderdörfer, Flüchtlingskindern einen Halt zu geben und ihnen einen möglichst geregelten Alltag zu ermöglichen
  • 16.000 Kinder wurden mit Schultaschen, Heften, Stiften etc. unterstützt.

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SOS Kinderdorf in Aleppo evakuiert

Die Kinder von Aleppo wurden alle im SOS Kinderdorf von Qudsaya nahe Damaskus untergebracht, da es 2012 in die Kampfzone geraten war. Doch auch in Damaskus ist es nicht sicher – das Kinderdorf musste bereits einmal evakuiert werden.

Ihre Spende kommt an!

Mit einer Spende oder Patenschaft helfen Sie, Kinderleben in Syrien zu retten!

Save the Children

Save the Children ist die größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt. Sie wurde 1919 in Großbritannien gegründet und half zunächst Kindern, die von den Folgen des ersten Weltkriegs betroffen waren. Zuerst wurde deutschen Kindern geholfen. Heute arbeitet die Organisation in mehr als 120 Ländern.

Projekte in Syrien

Save the Children versorgt syrische Kinder und ihre Familien mit Unterkünften, Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung. Dazu bekommen die Kinder die Möglichkeit, in kinderfreundlich ausgestatteten Räumen zu spielen und erhalten so ein Stück Normalität zurück. Zusätzlich füht die Organisation Impfungen durch. 2013 war bekannt geworden, dass im Norden von Syrien das verdrängt geglaubte Polio wieder aufgetreten ist – Impfungen tun also bitter Not.

Zur Seite von Save the Children

Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V.

Der Verein Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V. wurde im Juli 1981 von Abgeordneten aller im Bundestag vertretenen Parteien und Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kirche ins Leben gerufen. Zunächst ging es unter dem Motto “Deutsche helfen Afghanistan” um Hilfe für afghanische Flüchtlinge.

Mittlerweile unterstützt der Verein in vielen Ländern der Erde Menschen, die Hilfe benötigen. Ziel ist dabei vor allem die Hilfe zur Selbsthilfe.

Projekte in Syrien

Der Verein Help unterstützt in Syrien beispielsweise Menschen im christlichen Sednaya, in der Altstadt von Damaskus Bab Touma, in Al Dumayr und Adra al Oumaliya sowie im Wadi Al-Nasara. Die vom Bürgerkrieg Betroffenen erhalten beispielsweise Decken und Hygieneartikel, Kinder werden mit Nahrungsmitteln versorgt. Zusätzlich unterstützt Help Flüchtlinge bei der Suche von Unterkünften und mit medizinischer Versorgung.Sie können Help durch Ihre Spenden unterstützen.

Zur Syrien-Hilfe von Help

Saudi Arabien stellt häusliche Gewalt unter Strafe

Im August wurde in Saudi Arabien ein Gesetz verabschiedet, das weltweit nur geringe mediale Aufmerksamkeit erlangt hat, aber für das saudi-arabische Königreich eigentlich bahnbrechend ist: Das Gesetz zum Schluss vor Misshandlung stellt psychologische und körperliche Gewalt im Haushalt unter Strafe. Tätern drohen bis zu einem Jahr Gefängnis oder Geldstrafen bis zu 11.000 Euro.

Gesetz gegen häusliche Gewalt in Deutschland seit 2002

Wir gebildeten Europäer mögen das mit einem verächtlichen “Wurde aber auch Zeit” abtun. Doch in der ganzen Welt gibt es viele Länder, bei denen es keine klaren Regeln mit dem strafrechtlichen Umgang von Gewalt im häuslichen Umfeld gibt. Und ein entsprechendes, klares Gesetz ohne Interpretationsspielraum gibt es in Deutschland erst seit 2002.

Erlaubt der Koran Gewalt in der Ehe?

Das wirklich Bahnbrechende am Gesetz in Saudi Arabien besteht jedoch darin, dass mit Sure 4, Vers 34 ein Vers im Koran existiert, der das Schlagen der Ehefrau thematisiert und dies erlaubt. Allerdings steht im Koran nicht genau, wie die Frau zu züchtigen ist. Deswegen werden dazu Hadithe, also von Zeitzeugen überlieferte Berichte aus dem Leben Mohammeds zu Rate gezogen. Das Beispiel von Mohammed ist als Rechtsquelle im Islam zulässig. Und in den Hadithen gibt es Überlieferungen, die besagen:

Der unter euch ist der beste, der seine Frau am besten behandelt.

Und aus den Hadithen geht ebenfalls hervor, dass der Prophet Mohammed seine Frauen nicht geschlagen hat.

Weitere Informationen: Ist das Schlagen der Ehefrau im Islam erlaubt?

Dass Saudi Arabien trotz Sure 4, Vers 34 im Koran häusliche Gewalt unter Strafe stellt, ist deswegen höchst interessant.

Es tut sich was in Saudi Arabien

Tatsächlich gibt es Zeichen, die auf eine Verbesserung der Frauenrechte in Saudi Arabien hindeuten. Dazu gehört unter anderem der Film “Das Mädchen Wajda“, der erste offizielle Beitrag von Saudi Arabien im Oscar-Rennen und der erste Spielfilm überhaupt, der sogar noch von einer Frau gedreht wurde und viele soziale Themen und die Situation von Frauen im Land anspricht. Dieser Film wird in Saudi Arabien tatsächlich auch im Fernsehen ausgestrahlt.

Dazu kommt, dass Frauen ab 2015 wählen dürfen seit Februar 30 Frauen im Schura Rat, dem beratenden Gremium des Königs von Saudi Arabien sitzen. Dies hat jedoch wenig Aussagekraft, da sowohl Frauen als auch Männer in der Monarchie Saudi Arabien sehr wenig zu sagen und mitzubestimmen haben.

Wirtschaftliche Interessen

Ganz uneigennützig ist das vorsichtige Bewusstmachen auf Frauenrechte nicht. Denn Saudi Arabien hat ein wirtschaftliches Problem. Da das Land noch immer hohe Gewinne aus den Ölfeldern erwirtschaftet und die Bevölkerung großzügig finanziell daran teilhaben lässt, gibt es viele Saudi Araber, die keine Lust dazu haben, zu arbeiten (vgl. zeit.de: Frauen fürs Wachstum). Frauen haben ein deutlich größeres Interesse daran, eine gute Ausbildung zu erhalten und zu arbeiten als Männer. Dabei ist das Interesse der Frauen darin, dass sie über das Geld, das sie erwirtschaften, in der Regel relativ frei verfügen können. Und deswegen erhalten immer mehr Frauen in Saudi Arabien eine gute Ausbildung und die Chance einen Beruf zu ergreifen – wenn der Ehemann zustimmt. So rückständig uns das wieder vorkommen war – auch in Deutschland benötigten Ehefrauen noch vor 60 Jahren die Erlaubnis ihres Mannes, wenn sie arbeiten gehen wollten.

Saudi Arabien hat erkannt, dass es auf Dauer höchst unrentabel ist, wenn eine Hälfte der Bevölkerung an der Wirtschaft keinen Anteil hat – vor allem, wenn die andere Hälfte sich dafür ebenfalls nicht sonderlich interessiert. Und vor diesem Hintergrund ist es wahrscheinlich, dass sich in Saudi Arabien zukünftig noch einiges tun wird.

Auch wenn das Land anderenortes wie zum Beispiel in Syrien kräftig darauf Einfluss nimmt, islamistische Rebellen und al-Qaida-nahe Gruppierungen zu unterstützen.

Sicher ist jedenfalls eines: egal, ob Islamisierung oder Frauenrechte – der Westen kümmert sich genau dann um diese Themen, wenn es ihm in den Kram passt. Ansonsten herrscht Schweigen. Denn man möchte den mächtigen und reichen Bündnispartner in der arabischen Welt nur ungern gegen das Knie treten.

Weitere Informationen:

7 Gründe, warum Frauen in Saudi Arabien nicht Auto fahren dürfen

 

 

 

 

Das Kopftuch im Islam

Das Kopftuch im Islam wird von vielen Muslimas freiwillig getragen. Manche säkuläre Staaten haben das Kopftuch aus staatlichen Einrichtung verbannt. Doch dieser Trend ist rückläufig.

Kopftuch im Parlament, Begegnungen im Treppenhaus

Aktuell geht es beispielsweise in der Türkei hoch her: die konservative Regierung von Erdogan unterstützt Tendenzen, die zu einer Islamisierung des säkulären Staatsapparates beitragen. Ganz aktuell: Politikerinnen fordern die Erlaubnis, im Parlament Kopftuch tragen zu dürfen. (mehr auf spiegel.de) Viele Oppositionelle haben dagegen protestiert. Doch nicht nur das Kopftuch im Parlament ist ein Thema. Erdogan selbst unterstützt eine Petition, dass Studentinnen und Studenten nicht mehr im gleichen Wohnheim wohnen sollen. (mehr auf diepresse.com) Allein eine Begegnung im Treppenhaus sei schon zu viel des Guten. Die Proteste gegen Erdogan halten aufgrund solcher Äußerungen an. Die Oberschicht in der Türkei ist zumeist säkulär eingestellt. Viele arme Menschen insbesondere in Astanatolien sind jedoch eher konservativ. Und es sieht so aus, als ob sich das konservative Weltbild in der Türkei zunehmend weiter ausbreitet – und so die durch Atatürk eingeführte säkuläre Ausrichtung der Türkei in Frage stellen könnte.

Vorurteile gegen Kopftuchträgerinnen

Eine Islamwissenschaftlerin befragte einmal Frauen, die Kopftuch trugen bezüglich ihrer Motivation. Die Wissenschaftlerin fragte eine ältere Frau, warum sie ein Kopftuch trage. Die Antwort: “Na, weil es so kalt und windig ist.” Viele Menschen hegen Vorurteile gegenüber Kopftuchträgerinnen. Ein aktuelles Interview aus Der Westen belegt wie sehr die Vorurteile gegen das Kopftuch fest im westlichen Denken verankert sind. Viele Frauen, die sich als gläubige Muslimas für das Tragen des Kopftuchs entscheiden, werden angefeindet. Insbesondere junge Mädchen werden von ihren Mitschülern nur schwer akzeptiert.

Weitere Informationen:

Autofahrverbot für Frauen in Saudi Arabien

Warum dürfen Frauen in Saudi Arabien nicht Auto fahren?

Frauen in Saudi Arabien

  • gelten als unmündig
  • benötigen in der Öffentlichkeit stets eine männliche Begleitperson – das darf auch der sechsjährige Sohn sein oder der pakistanische Fahrer
  • der Mann oder Vater muss für alles die Zustimmung geben: arbeiten, studieren, vor Gericht aussagen, heiraten, Auto fahren und reisen. Auch medizinische Operationen
  • der gesetzliche Vormund (Ehemann, Vater, Bruder o.ä.) bekommt eine SMS, wenn die Frau das Land verlässt. Wohlgemerkt: nur SMS. Immerhin wird die Frau anscheinend nicht mehr daran gehindert, das land zu verlassen

7 Gründe, warum Frauen in Saudi Arabien nicht Auto fahren dürfen

1. Frauen können gar nicht fahren
Frauen sind aufgrund ihrer geistigen Fähigkeiten nicht in der Lage, Auto zu fahren. Und damit ist nicht Rückwärts einparken gemeint.

2. Sittenverfall
Der islamische Gelehrte Subhi erklärt: Es würde in zehn Jahren keine Jungfrauen mehr geben, wenn man das weibliche Geschlecht auf den Straßenverkehr loslasse. “Frauen das Autofahren zu erlauben würde einen Anstieg von Prostitution, Pornografie, Homosexualität und Scheidungsraten provozieren”. Begründung: Als der islamische Gelehrte Subhiin einem anderen arabischen Land ein Cafe besuchte, signalisierte ihm dort eine Fremde: “Ich bin sexuell verfügbar.” Die Konsequenz daraus: dies liegt nur daran, dass Frauen in dem Land Auto fahren dürfen.

3. Auto fahren macht Frauen in Saudi Arabien unfruchtbar
Die medizinische Erklärung dazu lautet: die Körperhaltung beim Autofahren drückt bei Frauen das Becken nach oben und kann so die Eierstöcke spontan schädigen. In Saudi Arabaien können überdies Sport und Fahrrad fahren Gelehrten zufolge zum Verlust der Jungfräulichkeit führen.

4. Frauen sehen nicht genug wegen der Verschleierung
Gelehrte führen an: Frauen können aufgrund der vorgeschriebenen Verschleierung nicht Auto fahren. Lösung: Im Orient gibt es komplett getönte Autos, in die man überhaupt nicht hineinsehen kann

5. Der Koran erlaubt das Autofahren nicht
Diese Koranstelle möchte ich gerne einmal sehen. Frauen sind im Koran auf jeden Fall auf kamelen geritten. Aber vom Auto fahren steht meines Wissens nach nichts drin. Vielleicht denken die Gelehrten: was nicht drin steht, kann nicht erlaubt sein. Oder so.

6. Autofahren gefährdet die Moral
Autofahren ist unsittlich und unmoralisch – ein „Freibrief für Interaktion der Geschlechter“ – dennFrauen könnten ja fahren, wohin sie wollen. Und sich auch mal mit einem Geliebten treffen. Und das geht nicht.

7. Offizieller Hauptgrund: Frauen könnten sexuell belästigt werden
Dies ist tatsächlich der Hauptgrund des Saudi Arabischen Königreichs. Auto fahren ist für Frauen allein zu gefährlich. Warum sie dann auch nicht fahren dürfen, wenn der Mann daneben sitzt, wird dadurch nicht deutlich.
Grundsätzlich:
Frauen können Pilotinnen werden, weil es in der Luft weniger aggressive Männer gibt. Höchstwahrscheinlich müsste aber trotzdem der Vormund daneben sitzen. Oder ist das in der Luft auch nicht notwendig?

Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so tragisch wäre und Frauen, die in Saudi Arabien Auto fahren möchten, mit drakonischen Strafen wie Auspeitschen zu rechnen hätten. Grundsätzlich tut sich aber einiges im Golfstast. Vielleicht dürfen sich in naher Zukunft doch Frauen hinter das Steuer klemmen. Ohne, dass die Moralapostel in Ohnmacht fallen.

Weitere Informationen:

Das Mädchen Wajda

Der Film “Das Mädchen Wajda” ist ein Spielfilm aus Saudi Arabien und der erste Spielfilm, der überhaupt in Saudi Arabien gedreht wurde – und das auch noch von einer Frau.

Die Geschichte von “Das Mädchen Wajda”

Das Mädchen Wajda wünscht sich sehnlichst ein Fahrrad. Doch in Saudi Arabien ist Fahrrad fahren verpönt. Islamische Gelehrte fürchten gar, dass Mädchen durch Fahrrad fahren ihre Jungfräulichkeit verlieren könnten. Doch Wajda hält an ihrem Wunsch fest und kratzt alles Geld zusammen, um sich ihren Wunsch erfüllen zu können. Dabei gerät sie in das Visier der strengen Schuldirektorin, die die Mädchen zu Bescheidenheit und Religiösität erzieht. Als in der Schule ein Koranwettbewerb mit einem Preisgeld ausgeschrieben wird, beschließt Wajda, daran teilzunehmen, um das Geld für ihr Fahrrad aufzutreiben.

Gleichzeitig hat Wajdas Mutter ganz andere Sorgen: sie kann ihrem Mann keinen Sohn schenken, da sie bei Wajdas Geburt beinahe gestorben ist. Und die Mutter ihres Mannes drängt ihn dazu, eine Zweitfrau zu nehmen.

Die Themen

Der Film spricht viele Themen an, die in Saudi Arabien zum Alltag gehören:

  • Vollverschleierung
  • Abhängigkeit der Frauen von Männern
  • Mehrehe
  • Geschlechtertrennung
  • Verheiratung von Minderjährigen

Es gibt auch genug Themen, die nicht angesprochen werden, aber durchaus auch Bestandteil des Films hätten werden können:

  • Das Fahrverbot für Frauen
  • Gewalt in der Ehe
  • Die Sittenpolizei

Grundsätzlich hat der Film jedoch viele Probleme angesprochen. Es ist deswegen höchst bemerkenswert, dass der Film so gedreht werden konnte – und dass Saudi Arabien ihn auch für die Oscar-Verleihung ins Rennen schickt.

Über die Regisseurin Haifa al-Mansour

Haifa al-Mansour wurde  in Saudi-Arabien geboren und wuchs dort nach eigener Darstellung in einer Kleinstadt mit verhältnismäßig großen Freiheiten in ihrem Familienumfeld auf. Sie  studierte in Ägypten Englische Literatur und an einer Filmschule in Australien.  Nach ihrem Studium drehte sie zunächst drei Kurzfilme und einen Dokumentarfilm. Mit Das Mädchen Wadjda (2012) schuf sie ihren ersten Kinofilm und zugleich den ersten in Saudi-Arabien gedrehten Kinofilm. Die Regisseurin lebt heute mit ihren zwei Kindern und ihrem Ehemann, einem US-Diplomaten, in Bahrain.

Weitere Informationen:

Fatema Mernissi

Fatema Mernissi ist eine marokkanische Soziologin und feministische Buchautorin. Sie wurde 1940 in Fès geboren. Sie sagt von sich selbst: «Ich bin in einem der letzten Harems in Fès geboren, in den 40er Jahren. Meine Großmutter und meine Mutter waren Analphabetinnen, was auch mein Schicksal hätte sein können.»
König Mohammed V. entschleierte 1947 öffentlich seine Tochter, Prinzessin Aischa und ließ sie anschließend eine Rede über dringend notwendige Veränderungen in Marokko halten.
Deswegen kam es in manchen Familien geradezu in Mode, den Töchtern eine Ausbildung zu geben, und Fatima Mernissi gehörte mit zu den ersten, die – von der Koranschule bis zum «Gymnasium für junge muslimische Mädchen» – diese Chance wahrnehmen konnten.

Marokkos erste Professorin

Fatema Mernissi studierte nicht nur in Rabat, sondern auch an der Sorbonne in Paris und promovierte anschliessend in den USA.
Sie wurde zur ersten und über Jahre einzigen Professorin Marokkos. Sie übernahm es, mutig und energisch immer wieder auf Frauenthemen hinzuweisen und damit auch anderen Frauen den Weg zu bahnen.
Fatema Mernissi nahm die erste feministische Abschlussarbeit einer Studentin an und löste damit heftige Diskussionen aus, wie auch mit einigen ihrer Bücher, in denen sie den weiblichen Anteil an der islamischen Geschichte aus der Vergessenheit holte.
Sie ist in Marokko nicht unumstritten, aber sehr bekannt und in den höheren Gesellschaftschichten beliebt.

Bücher von Fatema Mernissi

Die Sultanin
Darin berichtet die Autorin von bedeutenden Frauen in der Geschichte. Dazu gehören einflussreiche Frauen wie die Mutter von Harun ar-Raschid, Königinnen aus dem Jemen sowie die einzige ayyubidische Herrscherin Schadjar ad-Durr.

Der politische Harem – Mohammed und die Frauen
Fatema Mernissi zeichnet in ihrem Buch ein sehr positives Bild vom frühen Islam und vertritt die Meinung, dass Mohammed auf eine deutliche Verbesserung der Frau aus war, letztendlich aber an den Umständen scheiterte.

Der Harem
In ihrem Buch “Der Harem” entschleiert die Autorin die westliche, romantische Vorstellung, die sich in der frühen Neuzeit über den Harem verbreitete, und zieht stattdessen die Konsequenz: der harem konnte für den Herrscher lebensgefährlich sein.

 

Des Teufels Alternative – Bashar vs. Sharia

Aktuelle Syrien Nachrichten, 26.09.2013

Syrien stehen keine rosigen Zeiten bevor. Gesetzt den Fall, Bashar al Assad wird gestürzt oder tritt freiwillig zurück. Was kommt dann?

13 islamistische Vereinigungen haben gerade offiziell der sowieso völlig unbedeutende Nationalen Koalition gekündigt. Sie wollen Bashar stürzen, um ein islamistisches Staatsgebilde zu formen, dessen Grundlage die Shari’a ist. Syrien hat die Wahl zwichen Pest und Cholera. Immerhin wird Cholera nicht durch die Luft übetragen. Es fragt sich nur, wer in diesem Zusammenhang Pest und wer Cholera ist.

Bashar ist ein brutaler Unterdrücker

Bashar al Assad kann man genug vorwerfen, um ihm in Den Haag den Prozess zu machen und lebenslänglich einzusperren. Und das auch, wenn die Chemiewaffenanschläge von August nicht berücksichtigt werden. Unter seiner Regierung wurden die Menschen brutal unterdrückt. Andere Meinungen wurden nicht toleriert. Es gab keinen richtigen Frieden, zumindest aber Ruhe und Ordnung. Die Kriminalitätsrate war niedrig, den Syrern ging es zumindest halbwegs gut, niemand brauchte zu verhungern. Minderheiten wie Christen oder Drusen brauchten keine Übergriffe zu befürchten. Viele Christen, Drusen und gemäßigte, wohlhabende Muslime aus Aleppo und Damaskus haben das Regime unterstützt – und tun es heute noch. Von großen Teilen der Alawiten einmal ganz zu schweigen.

Unter den  islamistischen Rebellen droht das blanke Chaos

Wenn die Islamisten Bashar al Assad stürzen, wird es auch dann so schnell keinen Frieden geben. Stattdessen werden die einzelnen Splittergruppen einen blutigen Machtkampf austragen – zwischen sich selbst, aber auch mit der Freien Syrischen Armee, den Kurden, den Christen, den Drusen, den gemäßigten Muslimen. Wie so ein Staat entstehen soll, steht in den Sternen. Fest steht, dass alle nichts zu lachen haben werden, die den höhswahrscheinlich recht willkürlichen neuen Gesetzen nicht entsprechen. Denn wie alle religiösen Vorschriften und Gesetze kann auch die Sharia, die islamische Gesetzgebung, frei interpretiert werden. Das zeigt sich immer wieder an Themen wie der Stellung der Frauen im Islam, der Duldung von Selbstmordanschlägen, dem Kopftuch- oder Burkazwang, dem Recht, Auto zu fahren und vielen anderem. Der Prophet Mohammed, sallallahu alaihi wasallam, würde mit Sicherheit nicht gutheißen, welche Verbrechen in seinem Namen und im Namen des barmherzigen Gottes begangen werden. Denn es sollte nicht vergessen werden – im Koran beginnt nahezu jede Sure mit den Worten: Im Namen des barmherzigen Allerbarmers. Da steht nicht: im Namen des gerechten Strafenden oder ähnliches. Es ist entsetzlich, wie viele Menschen im Namen der Religion nach bestem Wissen und Gewissen Unrecht begehen, sich sogar einen regelrechten Freibrief dafür ausstellen. Und das betrifft bei weitem nicht nur Islamisten.