Orientsonne – Infos über den Orient

Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

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Tyros

Triumphbogen in Tyros, Libanon

Triumphbogen in Tyros

Die Ruinen von Tyros liegen etwa 80 km südlich von Beirut am Mittelmeer. Sie gehören seit 1984 zum Welterbe der UNESCO.

Geschichte

Die frühesten Besiedlungsspuren gehen auf das jahr 2750 v.Chr. zurück. Die Einwohner gaben die Stadt zwischen 2000 und 1600 v.Chr. wieder auf. Zur Zeit des Pharao Echnaton um 1400 v.Chr. wurde Tyros in einem ägyptischen Archiv erwähnt, als der König Abi Milik die Unterstützung des Pharao gegen die Hethiter ersuchte. Tyros bestand ursprünglich aus mehreren befestigten Inseln. Auf dem Festland lag der Ort Palätyros. Bei Gefahr zogen sich die Bewohner auf die Eilande zurück. Etwa 1000 v.Chr ließ der phönizische Herrscher Hiram die Lagune auffüllen, um mehr Platz für die Menschen zu schaffen. So entstand eine große Insel. Unter seiner Herrschaft wurde ebenfalls ein großer Tempel errichtet, der dem Stadtgott Melkart geweiht wurde. Er war mit den israelischen Königen David und Salomo bekannt. Tyros verdankte seinen Reichtum unter anderem dem Handel mit Purpurschnecken, die das begehrte Färbemittel Purpur erzeugten.
Im 6. Jahrhundert v. Chr. belagerte Nebukadnezar 13 Jahre vergeblich Tyros. Alexander dem Großen gelang es schließlich 332 v.Chr, die Stadt einzunehmen, indem er einen großen Wall aufschüttete und die Stadt von Land und See aus angriff. In den folgenden Jahrhunderten verlandete das Gebiet zwischen den Inseln und der Küste vollständig, was Platz für die gewaltigen Bauvorhaben der Römer sicherte, die 64 v.Chr. ganz Syrien besetzten. Die Römer errichteten in Tyros wahre Prunkbauten entlang der 11m breiten Säulenstraße auf dem Festland.
Bereits 317 n.Chr. entstand ein christliches Gotteshaus in der Stadt, das 551 jedoch einem Erdbeben zum Opfer fiel. 634 wurde auch Tyros von den Muslimen erobert. 1124 nahmen die Kreuzfahrer die Stadt nach langer Belagerung ein. Unter Saladin wurden die Franken jedoch wieder zurückgedrängt. 1190 ertrank Kaiser Barbarossa im Fluß Saleph in der Südtürkei. Sein Leichnam wurde in der Kathedrale von Tyros beerdigt. Lange Zeit war Tyros die letzte Bastion der Kreuzfahrer im gelobten Land; sie wurde schließlich 1291 von den Mameluken zerstört.

Sehenswertes

Ein Teil der Ruinen – hauptsächlich Säulenreste – befindet sich direkt am Meer. Hier hat man einen schönen Ausblick auf das Mittelmer und kann sich einen kleinen Eindruck der ehemaligen Pracht der römischen Stadt verschaffen. Der größte Teil der Ruinen befindet sich jedoch ein Stück landeinwärts. Hier gibt es immernoch die im 2. Jahrhundert angelegte Prachtstraße mit einem Triumphbogen zu bestaunen. Ganz in der Nähe liegt das Hippodrom, eine antike Rennbahn. Es war 470 m lang sowie 125 m breit und gilt als eine der größten Rennbahnen des römischen Reiches. Insgesamt konnten 20000 Zuschauer die Rennen auf den Tribünen verfolgen.
Beendruckend ist ebenfalls die Totenstadt der Römer, die sich vom Triumphbogen in Richtung Meer zieht. Hier sind prachtvolle Steinsarkophage zwischen Oleanderbüschen zu besichtigen. Da die Römer ihre Verflossenen mit Juwelen bestattetern, befinden sich an den Särgen Inschriften zur Mahnung an Grabräuber: „Umsonst, du kannst den Sarg nicht öffnen“ oder „Sei zufrieden, keiner ist unsterblich“.