Orientsonne – Infos über den Orient

Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

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Tripoli

Tripoli - Blick von der Kreuzfahrerfestung Mons Peregrinus

Tripoli – Blick von der Kreuzfahrerfestung Mons Peregrinus

Tripoli im Libanon ist die orientalischste aller Städte des Libanon. Besonders beliebte Sehenswürdigkeiten sind die mächtige Kreuzfahrerburg und der herrlich ursprüngliche Basar. In Tripoli erleben Sie den Orient so noch pur und unverfälscht.

Der Name Tripoli stammt aus dem Griechischen und bedeutet „drei Städte“. Dies rührt daher, dass die Stadt in früherer Zeit strikt in drei Viertel unterteilt war, in denen Leute aus Sidon, aus Tyros und aus Arados (der Insel Arwad in Syrien) lebten.

Auch heute leben viele verschiedene Ethnien und Anhänger verschiedener Religionen in und um Tripoli. Das macht die Stadt zu einem politischen Brennpunkt. Tripoli ist so immer wieder Schauplatz von Kämpfen zwischen Palästinensern, sunnitischen Libanesen und Alawiten.

Geschichte

Besiedelt wurde die die Landzunge von Tripoli vermutlich seit 1400 v.Chr. Unter den Phöniziern war es ein bedeutendes Handelszentrum. Seit 550 v.Chr. gehörte Tripoli zum Perserreich, erlangte jedoch 351 v.Chr. seine Unabhängigkeit und wurde weiter von den Phöniziern regiert. In dieser Zeit erhielt die Stadt ihren Namen. 333 v.Chr. fiel Tripoli wie der gesamte Nahe Osten an Alexander den Großen. Nach dem Tod des makedonischen Feldherren stritten seine Nachfolger um die Stadt Tripoli, die immer wieder zwischen den Seleukiden und Ptolemäern hin- und herwechselte. Erst 64 v. Chr. wurde das Gerangel durch die Römer beendet. 551 zerstörte ein großes Erdbeben Tripolis, wurde jedoch rasch unter der Herrschaft des byzantinischen Kaisers Justinian wieder augebaut. 645 eroberten die Araber Tripolis, die sich in der Folgezeit immer wieder Schlachten mit den Byzantinern lieferten.

Im 12. Jahrhundert geriet die Stadt unter die Herrschaft der Kreuzfahrer, die eine beeindruckende Festung – Mons Pelegrinus – errichteten. Diese wurde jedoch 1289 von den muslimischen Mameluken eingenommen. Ab 1516 beherrschten die Osmanen die Stadt und errichteten zahlreiche Koranschulen. Dies machte Tripoli zu einer Hochburg des Sunnitentums.

Sehenswertes in Tripoli

Die Stadt Tripoli im Libanon ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Sie verfügt über einen schönen, großen Suq, der mit seinen engen Gassen noch absolut ursprünglich erscheint – viel mehr als beispielsweise die Suqs in Aleppo oder Damaskus. Hier atmet man wirklich Orient pur und findet alles, was das Herz begehrt – schöne Textilien im Schneidersuq, feine Goldschmiedearbeiten, aromatisierte Olivenseife, die z.B. im Khan as-Sabun in vielen verschiedenen Sorten erstanden werden kann, aber auch Lebensmittel und Haushaltswaren. Südlich des Marktes befindet sich die große Moschee, die vermutlich von den Muslimen aus den Überresten der Marienkirche aus Kreuzfahrerzeit errichtet wurde. Oberhalb des Suq thront die Kreuzfahrerfestung des Raimund von Toulouse, die noch gut erhalten ist und von der sich ein schöner Blick auf das Mittelmeer bietet.

Auf einer felsigen Landzunge liegt der Hafen von al-Mina. Hier befindet sich der Löwenturm aus dem 15. Jahrhundert. Die Corniche läd zu einem schönen Spaziergang am Meer ein; anschließend bietet sich der Besuch eines Fischrestaurants an.