Orientsonne – Infos über den Orient

Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

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Byblos

Die Besiedlung von Byblos reicht 7000 Jahre in die Vergangenheit. Auf der Ruinenstätte können Spuren der Phönizier, Römer und Kreuzfahrer bestaunt werden.

Geschichte

Bereits etwa 5000 v.Chr. befand sich an der Stätte von Byblos ein Fischerdorf, das aus Lehmziegeln gebaut war. Im Laufe der Zeit wuchs die Siedlung, bis sie etwa 3200 v.Chr. die Größe einer Stadt erreicht hatte. Rasch wurde Byblos zu einem wichtigen religiösen und wirtschaftlichen Zentrum, da es in der Nähe des Libanongebirges lag, auf dem die begehrten Zedern wuchsen. Deren Holz wurde von den ägyptischen Pharaonen, assyrischen Herrschern und auch dem biblischen König Salomo sehr geschätzt. Die Stadt war auch Hauptumschlagplatz für den Handel mit Papyrus. Deswegen wurde das Schreibmaterial von den Griechen Bublos genannt, aus dem sich das Wort „Bibel“ ableiten lässt.
Doch so viel Reichtum brachte Neider auf den Plan: 2150 v.Chr. wurde Byblos durch die Amoriter zerstört. 200 Jahre dauerte der Wiederaufbau der Stadt. Byblos blieb jedoch ein wichtiger Handelsstützpunkt. Hier wurde auch eine wichtige Entdeckung gemacht: auf dem Sarkophag des Königs Ahiram findet sich eine Inschrift, die Grabplünderern die ewige Verdammnis androht. Diese Schrift aus dem 13. Jahrhundert v.Chr. ist eine der frühesten Zeugnisse der phönizischen Schrift, aus der sich später unsere Schriftzeichen entwickeln sollte. Ab 1500 v.Chr. verlor Byblos an Einfluss, da ihr die syrische Stadt Ugarit zunehmend den Rang ablief. Dennoch blieb Byblos ein wichtiges Handelszentrum und erstarkte wieder, als Ugarit etwa 1200 v.Chr. zerstört wurde. In der Folgezeit wurde Byblos jedoch abhängig von den Assyrern, denen sie ab 742 Tribut zahlen mussten. Auch den Babyloniern und Persern waren sie später tributpflichtig, bis Alexander der Große den Nahen Osten eroberte. Mit den Griechen verlor Byblos ihre Unabhängigkeit. Unter römischer Herrschaft blühte die Stadt jedoch wieder auf und ließ eigene Münzen prägen. Aus dieser Zeit stammen ein Nymphäum, eine Säulenstraße sowie ein Theater.
In der Zeit der Kreuzfahrer war Byblos Bischofssitz. Die Franken errichteten eine Festung, die schließlich 1187 von Saladin eingenommen wurde. 1197 gelang es den Kreuzrittern jedoch, die Burg zurückzuerobern und sie bis 1266 zu halten. Unter der Führung des Mameluken Baibars fiel sie schließlich endgültig an die Muslime. Byblos konnte danach nie mehr die Bedeutung vergangener Zeiten erreichen – vor allem, da durch den Raubbau an den Zedern ihre Haupteinnahmequelle versiegt war.

Sehenswertes

In Byblos können noch immer die Grundrisse alter Wohnhäuser aus 5000 Jahren Geschichte besucht werden. Ein bedeutendes Zeitzeugnis ist vor allem die phönizische Stadtmauer, die 2800 v.Chr. errichtet wurde. Sehenswert ist ebenfalls der Tempel der Obelisken aus dem 2. Jahrtausend v.Chr. Hier wurden 26 Obelisken aufgestellt, von der einer mit Hieroglyphen beschriftet ist und eine Widmung an einen ägyptischen Gott darstellt, gestiftet von König Abchimu aus dem 19. Jahrhundert vor Christus. Dies belegt die weitreichenden Handelsbeziehungen der Phönizier.
Eines der bekanntesten Fotomotive sind sechs steinerne Säulen, die nahe an der Küste stehen und zu einer römischen Kollonadenstraße gehörten.
Einen Besuch wert ist auch die Kreuzfahrerburg, die um 1104 errichtet wurde und von der man einen schönen Blick auf die Umgebung hat. Aus dem Mittelalter lässt sich ebenfalls eine Johannes dem Täufer geweihte Kirche besichtigen. Schön ist ebenfalls ein Spaziergang durch den erst in den letzten Jahren renovierten Suq.