Orientsonne – Infos über den Orient

Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

Orientsonne – Infos über den Orient - Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

Jerash

Blick vom Jupitertempel über das ovale Forum von Jerasch

Blick vom Jupitertempel über das ovale Forum von Jerasch

Das antike Gerasa (heute: Jerash oder Jerasch) ist nach Petra und Wadi Rumm die bedeutendste touristische Attraktion Jordaniens. Nirgendwo sonst auf der Welt können so gut erhaltene römische Ruinen besichtigt werden. Die Anlage umfasst mehrere Tempel, zwei Theater, ein Hippodrom, Säulenstraßen und viele weitere interessante Bauwerke.

Geschichte

Es ist nicht sicher, ob die Stadt von Alexander dem Großen gegründet wurde. Ihre Ursprünge entstanden jedoch unter hellenistischem Einfluss der Seleukiden, den Nachfolgern des großen mazedonischen Feldherren. Nachdem die Römer den nahen Osten in ihr Imperium eingeliedert hatten, wurde Jerash ein bedeutendes Handelszentrum. Besonders unter dem Kaiser Trajan erlebte es eine Blütezeit und war das wirtschaftliche Zentrum der Prvovincia Arabia. Im 3. Jahrhundert begann die Bedeutung Jerashs zu schwinden. Nach der arabischen Eroberung Jordaniens wurde die Stadt endgültig verlassen.
Dank des milden Klimas und der friedlichen Eroberung der Araber, die bereits vorhandene Bauten nicht willkürlich zerstörten, ist nach wie vor sehr viel von Jerash erhalten – mehr als bei den meisten römischen und hellenistischen Bauwerken in Italien oder Griechenland.

Sehenswertes

Das Hippodrom und der Jupitertempel

Das Hippodrom von Jerasch

Das Hippodrom von Jerasch

Man betritt die Anlage durch einen großesn Triumphbogen, der 129 zu Ehren eines Besuchs des Kaisers Hadrian errichtet wurde. Ursprünglich war der Bogen sogar doppelt so groß wie heute.
Direkt daneben liegt das Hippodrom, die Pferderennbahn, auf deren Tribühnen einst 15000 Zuschauer Platz fanden.
Ganz in der Nähe befindet sich das Südtor, das im zweiten Jahrhunder nach Christus entstand und zur 3,5 km langen Stadtmauer gehörte. Linker Hand liegt der Zeustempel, der über Jerash trohnt.Er wurde auf einem gewaltigen Tonnengewölbe errichtet. Sein Gelände hatte schon zuvor als Heiligtum verschiedener Gottheiten gedient. Die Ruinen stammen aus dem 2. Jh n.Chr. Vom Tempel aus hat man einen schönen Blick auf die gesamte Anlage.
Am Fuße des Tempels befindet sich ein Amphitheater, das direkt in den Hang gebaut wurde. Es entstand im 1. Jahrhundert nach Christus. 5000 Zuschauer fanden hier Platz. Die Bühne ist klassich-römisch gestaltet mit zwei seitlichen Bogentoren sowie drei Kulissenzugängen.

Der Jupitertempel von Jerasch

Der Jupitertempel von Jerasch

Das Ovale Forum und die Säulenstraße

Geht man weiter, gelangt man zum ovalen Forum, das mit Kollonaden gesäumt ist. Sein birnenförmiger Umriss ist untypisch für ein römisches Forum. Nach der Meinung vieler Archäologen handelt es sich um einen Trick der Staädtebauer, um den Zeustempel mit dem römischen Teil der Stadt auf einer Nord-Süd-Achse miteinander zu verbinden.
Vom Forum zweigt der Cardo, die prachtvolle Hauptstraße der Stadt, ab. Die mit 260 korinthischen Säulen begrenzte Straße hat eine Länge von 600 Metern. Das Originalpflaster ist noch erhalten. Gut sichtbar sind die Einkerbungen, die die schweren Holzkarren aus römischer Zeit in die Steinplatten gruben. Darunter befindet sich die Cloaka Maxima, die Kanalisation. An der Prunkstraße befanden sich öffentliche Gebäude sowie eine runde Agora, eine Markthalle, die restauriert wurde. Dahinter liegen Sakralbauten aus römischer und byzantinischer Zeit.
Hier liegt beispielsweise die Kathedrale aus dem 4. Jh, in der der Bischof residierte, eine dreischiffige Basilika. An der Treppe befindet sich ein Schrein mit der Jungfrau Maria und den Erzengeln Gabriel und Michael.

Nymphäum in Jerasch - das antike Gerasa

Nymphäum in Jerasch

Das Nymphäum und der Tempel der Artemis

Interessant ist auch das Nymphäum aus dem 2. Jahrhundert. Das den Wassernymphen geweihte Heiligtum ist eines der besterhaltendsten Gebäude von Jerash. Von den zwei Stockwerken war das untere mit Marmor verkleidet, das obere war mit Fresken verziert, die zum Teil noch erkennbar sind.
Gut erhalten ist ebenfalls der Tempel der römischen Jagdgöttin Artemis. Er stammt aus dem 2. Jahrhundert vor Chr. Die Pilger betraten den Tempel durch ein enges Tor. Um den Tempel zu betreten, ging es einige Stufen nach oben – das betonte die Machtposition der Göttin. Der Temple maß 23x40m und war eines der wichtigsten Bauwerke der Stadt.

Nach Jerash gelangt man relativ leicht von Amman aus; der Besuch der Anlage lässt sich beispielsweise mit Umm Qais und Ajlun kombinieren.

Artemis-Tempel in Jerasch

Artemis-Tempel in Jerasch