Orientsonne – Infos über den Orient

Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

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Amman

Blick über die jordanische Hauptstadt Amman von der Zitadelle aus

Blick über die jordanische Hauptstadt Amman

Die jordanische Hauptstadt Amman – die Stadt der vielen Hügel – ist vielleicht nicht so glanzvoll wie Damaskus und nicht so lebhaft wie Kairo, aber auch auf jeden Fall einen Besuch wert.

Geschichte

Unter dem Namen Rabbath Ammon entstand bereits 1200 v.Chr. an der Stätte des heutigen Amman die Hauptstadt des biblischen Ammoniterreiches. In helllenistischer Zeit erhielt die Stadt den Namen Philadelphia nach der ptolemäischen Königin Arsinoe II Philadelphia.
Bis 106 n.Chr. gehörte Amman zum Nabatäerreich, das die Stadt Petra erbaut hatte. Danach wurde die Stadt in das römische Reich eingegliedert und gehörte wie Damaskus der Dekapolis, dem 10-Städte-Bund an, und besaß wie die anderen Städte eine gewisse Autonomie. Unter den Römern entwickelte sich Amman zu einem wichtigen Handelszentrum. Unter byzantibnischer Zeit erhielt die Stadt einen Bischofssitz. 635 wurde die Stadt von den Muslimen erobert. Die Omayyaden und die Abassiden errichteten viele Bauwerke, von denen die meisten durch Erdbeben zerstört wurden. Bis 1887 blieb Amman deswegen ein unbedeutendes Dorf mit vielen Ruinen. Als jedoch 1900 die Hejazbahn von Damaskus nach Medina errichtet wurde und die Strecke an Amman vorbeiführte, wurde die Stadt erneut zu einem wichtigen Wirtschaftszentrum.
1921 wurde die Stadt von König Abdullah I zu seinem Regierungssitz des Emirates transjordaniens erwählt. Ab 1950 schließlich war sie die Hauptstadt des haschemitischen Königreiches Jordanien.

Sehenswertes

Zitadelle von Amman

Zitadelle von Amman

Die Zitadelle

Die Festung der Stadt Amman ist auf einem Hügel in der Mitte der Stadt gelegen. Archeologische Funde zeigen, dass die Stelle bereits während der Bronzezeit als Festung diente. Er war damals von einer 1700 m langen Mauer umgeben.
Etwas unterhalb der Zitadelle finden sich bereits die Säulenreste des Herkulestempels, der zur Regierungszeit des Kaisers Mark Aurel (161-180) entstand. Auf dem Hügel selbst finden sich unter anderm die Ruinen des Omayyadenpalastes, der 720 erbaut wurde, eine Basilika, die wohl im 4. – 7. Jahrhundert in byzantinischer Zeit entstand sowie eine gewaltige Zisterne. Auf dem Zitadellenhügel befindet sich außerdem das archäologische Museum, das viele Exponate aus 10000 Jahren Geschichte beherbergt. Der Festungshügel ist jedoch nicht nur wegen der Ruinen sehenswert; von ihm bietet sich ein herrlicher Blick auf die Stadt. Gut sichtbar ist von hier auch der 126 m lange Raghadan – Fahnenmast, der über die ganze Stadt ragt.

Das Römische Theater

Am Fuße des Zitadellenhügels befindet sich ein Amphitheater, das im 2. Jahrhundert n.Chr. Von den Römern erbaut wurde. Es umfasste 6000 Sitzplätze und war in den Hügel hineingebaut. Seine Höhe beträgt 25m, seine Breite 95 m. 1957 wurde es ausgegraben und restauriert. Die Säulenreste im Park vor dem Theater stammen vom Forum, dem römischen Marktplatz.

Das Nymphäum

Das Nymphäum ist ein den Nymphen – Wassergöttinnnen – geweihtes Heiligtum aus römischer Zeit. Es entstand ebenfalls im 2. Jahrhundert nach Christus. Die Innenmauern des Prachtbrunnens waren ursprünglich mit Marmor verkleidet, dies ist aber nur noch durch die Löcher der verankerungshaken belegt.

Umgebung

Amman bietet sich dank seiner guten Übernachtungsmöglichkeiten als Ausgangspunkt zahlreicher Ausflüge an wie nach Jerash, Ajlun, Umm Qais, Umm al-Jimal, Berg Nebo, Madaba und zu den Wüstenschlössern.