Orientsonne – Infos über den Orient

Angesichts des Bürgerkrieges in Syrien trägt Orientsonne Trauer.

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Zenobia

Ruinen von Palmyra

Palmyra – Heimat der Königin Zenobia

Die Königin Zenobia – eine der mächtigsten Herrscherinnen des Orients – lebte von 240 bis 274 im heutigen Syrien in der Oase Palmyra.

Zwischen zwei Fronten

Zu dieser Zeit bekriegten sich die mächtigen Reiche der Sassaniden aus Persien und der Römer – und das kleine Palmyra befand sich genau zwischen den Fronten. Als strategisch wichtige Handelsstadt und eine der wenigen Oasen in der syrischen Wüste hatte Palmyra längst Begehrlichkeiten bei Persern und Römern geweckt. Der Ehemann von Zenobia, Odainat (oder Odaenathus, 252-267), der Kopf einer arabischen Dynasthie, führte jedoch erfolgreiche Heerzüge gegen die Perser und vertrieb sie aus Syrien. Die Römer waren hocherfreut. 261 garantierte Gallienus, Sohn und Mitregent von Valerian, Palmyra die Unabhängigkeit zum Dank des Kampfes gegen die Perser.  Unter Odeanathus erstreckte sich das Reich Palmyras vom Roten Meer bis nach Kilikien in Anatolien.
Doch 267 wurde er ermordet – böse Zungen behauptet, von der machthungrigen Königin selbst. Vielleicht ließ ihn aber auch Kaiser Galienus ermodern, da ihm Odeanat zu mächtig wurde.  Zenobia jedenfalls ergriff die Macht und regierte das Reich – offiziell für den gemeinsamen Sohn Vaballathus.

Die Herrschaft der Königin Zenobia

Zenobia war sehr schön und bei den Palmyrenern sehr beliebt. Sie trank und kämpfte mit den Männern – aber sie war auch sehr gebildet So sprach sie Latein und griechisch fließend, ihr wichtigster Berater war der griechische Philosoph Longinus.
Der Legende nach war sie eine Nachfahrin der Königin von Saba – und die schönste Königin, die Arabien je gehabt hat.  Zenobia hielt jedoch nichts von der Vorherrschaft der Römer. Deswegen begann sie einen gewaltigen Kriegszug. 269 erstritt sie die Unabhängigkeit Palmyras und dehnte das Reich bis Anatolien nach Ankara und Ägypten aus. Sie rief ihren Sohn zum Imperator Caesar Augustus aus und prägte eigene Münzen – ein Affront gegen die herrschenden Römer.
Ob dies weise war, ist umstritten. Manche halten es für machtpolitisch eher ungeschickt, das römische Reich zu verärgern. Besonders Ägypten und der Libanon waren die Kornkammern des römischen Reiches – die Strafe musste auf dem Fuß folgen.
Andere vertreten die meinung, dass sie eine geschickte Taktikerin, war die jedoch einfach Pech hatte.
Fakt ist: bereits 273 eroberte der römische Kaiser Aurelian (270-275) nach einer kurzen Belagerung Palmyra zurück.

Blick auf Palmyra, das heutige Tadmur

Blick auf Palmyra

Das Ende der Zenobia

Geheimnisumwittert ist das Ende der Zenobia. Es gibt verschiedene Versionen. Einigen Geschichtsschreibern zufolge flüchtete sie aus der belagerten Stadt und ertrank im Euphrat. Einer anderen Version nach sprang sie zwar in den Fluss, wurde jedoch von den Römern herausgezogen und gefangengenommen. Kaiser Aurelian nahm Zenobia mit nach Rom. Doch unterwegs verweigerte sie jegliche Nahrung und verhungerte.
Oder doch nicht: andere Quellen erzählen, sie kam tatsächlich nach Rom und wurde im Triumpfzug vorgeführt, wo sie in Gefangenschaft starb.
Oder vielleicht hat sie dort geheiratet und ein Patriziergeschlecht begründet – eine Version, die besonders von Romanautoren bevorzugt wird. In der damaligen zeit gab es für Herrscher – männlich wie weiblich – jedoch selten ein Happy End. Machtpolitik war einfach gefährlich.
Von Zenobia sind keine Baudenkmäler erhalten. Es wird angenommen, dass sich ihre Palastanlagen dort erstreckten, wo Diokletian (284-305) ein Militärlager errichtete.