Das Mädchen Wajda

Der Film “Das Mädchen Wajda” ist ein Spielfilm aus Saudi Arabien und der erste Spielfilm, der überhaupt in Saudi Arabien gedreht wurde – und das auch noch von einer Frau.

Die Geschichte von “Das Mädchen Wajda”

Das Mädchen Wajda wünscht sich sehnlichst ein Fahrrad. Doch in Saudi Arabien ist Fahrrad fahren verpönt. Islamische Gelehrte fürchten gar, dass Mädchen durch Fahrrad fahren ihre Jungfräulichkeit verlieren könnten. Doch Wajda hält an ihrem Wunsch fest und kratzt alles Geld zusammen, um sich ihren Wunsch erfüllen zu können. Dabei gerät sie in das Visier der strengen Schuldirektorin, die die Mädchen zu Bescheidenheit und Religiösität erzieht. Als in der Schule ein Koranwettbewerb mit einem Preisgeld ausgeschrieben wird, beschließt Wajda, daran teilzunehmen, um das Geld für ihr Fahrrad aufzutreiben.

Gleichzeitig hat Wajdas Mutter ganz andere Sorgen: sie kann ihrem Mann keinen Sohn schenken, da sie bei Wajdas Geburt beinahe gestorben ist. Und die Mutter ihres Mannes drängt ihn dazu, eine Zweitfrau zu nehmen.

Die Themen

Der Film spricht viele Themen an, die in Saudi Arabien zum Alltag gehören:

  • Vollverschleierung
  • Abhängigkeit der Frauen von Männern
  • Mehrehe
  • Geschlechtertrennung
  • Verheiratung von Minderjährigen

Es gibt auch genug Themen, die nicht angesprochen werden, aber durchaus auch Bestandteil des Films hätten werden können:

  • Das Fahrverbot für Frauen
  • Gewalt in der Ehe
  • Die Sittenpolizei

Grundsätzlich hat der Film jedoch viele Probleme angesprochen. Es ist deswegen höchst bemerkenswert, dass der Film so gedreht werden konnte – und dass Saudi Arabien ihn auch für die Oscar-Verleihung ins Rennen schickt.

Über die Regisseurin Haifa al-Mansour

Haifa al-Mansour wurde  in Saudi-Arabien geboren und wuchs dort nach eigener Darstellung in einer Kleinstadt mit verhältnismäßig großen Freiheiten in ihrem Familienumfeld auf. Sie  studierte in Ägypten Englische Literatur und an einer Filmschule in Australien.  Nach ihrem Studium drehte sie zunächst drei Kurzfilme und einen Dokumentarfilm. Mit Das Mädchen Wadjda (2012) schuf sie ihren ersten Kinofilm und zugleich den ersten in Saudi-Arabien gedrehten Kinofilm. Die Regisseurin lebt heute mit ihren zwei Kindern und ihrem Ehemann, einem US-Diplomaten, in Bahrain.

 

Des Teufels Alternative – Bashar vs. Sharia

Aktuelle Syrien Nachrichten, 26.09.2013

Syrien stehen keine rosigen Zeiten bevor. Gesetzt den Fall, Bashar al Assad wird gestürzt oder tritt freiwillig zurück. Was kommt dann?

13 islamistische Vereinigungen haben gerade offiziell der sowieso völlig unbedeutende Nationalen Koalition gekündigt. Sie wollen Bashar stürzen, um ein islamistisches Staatsgebilde zu formen, dessen Grundlage die Shari’a ist. Syrien hat die Wahl zwichen Pest und Cholera. Immerhin wird Cholera nicht durch die Luft übetragen. Es fragt sich nur, wer in diesem Zusammenhang Pest und wer Cholera ist.

Bashar ist ein brutaler Unterdrücker

Bashar al Assad kann man genug vorwerfen, um ihm in Den Haag den Prozess zu machen und lebenslänglich einzusperren. Und das auch, wenn die Chemiewaffenanschläge von August nicht berücksichtigt werden. Unter seiner Regierung wurden die Menschen brutal unterdrückt. Andere Meinungen wurden nicht toleriert. Es gab keinen richtigen Frieden, zumindest aber Ruhe und Ordnung. Die Kriminalitätsrate war niedrig, den Syrern ging es zumindest halbwegs gut, niemand brauchte zu verhungern. Minderheiten wie Christen oder Drusen brauchten keine Übergriffe zu befürchten. Viele Christen, Drusen und gemäßigte, wohlhabende Muslime aus Aleppo und Damaskus haben das Regime unterstützt – und tun es heute noch. Von großen Teilen der Alawiten einmal ganz zu schweigen.

Unter den  islamistischen Rebellen droht das blanke Chaos

Wenn die Islamisten Bashar al Assad stürzen, wird es auch dann so schnell keinen Frieden geben. Stattdessen werden die einzelnen Splittergruppen einen blutigen Machtkampf austragen – zwischen sich selbst, aber auch mit der Freien Syrischen Armee, den Kurden, den Christen, den Drusen, den gemäßigten Muslimen. Wie so ein Staat entstehen soll, steht in den Sternen. Fest steht, dass alle nichts zu lachen haben werden, die den höhswahrscheinlich recht willkürlichen neuen Gesetzen nicht entsprechen. Denn wie alle religiösen Vorschriften und Gesetze kann auch die Sharia, die islamische Gesetzgebung, frei interpretiert werden. Das zeigt sich immer wieder an Themen wie der Stellung der Frauen im Islam, der Duldung von Selbstmordanschlägen, dem Kopftuch- oder Burkazwang, dem Recht, Auto zu fahren und vielen anderem. Der Prophet Mohammed, sallallahu alaihi wasallam, würde mit Sicherheit nicht gutheißen, welche Verbrechen in seinem Namen und im Namen des barmherzigen Gottes begangen werden. Denn es sollte nicht vergessen werden – im Koran beginnt nahezu jede Sure mit den Worten: Im Namen des barmherzigen Allerbarmers. Da steht nicht: im Namen des gerechten Strafenden oder ähnliches. Es ist entsetzlich, wie viele Menschen im Namen der Religion nach bestem Wissen und Gewissen Unrecht begehen, sich sogar einen regelrechten Freibrief dafür ausstellen. Und das betrifft bei weitem nicht nur Islamisten.

Assad legt Liste mit Chemiewaffen vor

Aktuelle Syrien Nachrichten, 23.09.2013

Bashar al Assad, der Präsident von Syrien, hat eine Auflistung seiner Chemiewaffen vorgelegt. Damit erfüllt er die russisch-amerikanischen Vorgaben und erkauft sich zugleich mehr Zeit, um den Syrienkonflikt zu lösen – idealerweise zu seinen Gunsten.

Die Kosten des Krieges

Natürlich bleiben viele Fragen offen. Sind es wirklich alle Chemiewaffen, die er da offengelegt hat? Werden alle Lagerorte verzeichnet? Was ist mit Chemiewaffen, die die Rebellen erbeut haben? Momentan wird die Auflistung der syrischen Chemiewaffen geprüft. Bashar al-Assad hat bereits angekündigt, dass die Vernichtung des Chemiewaffenarsenals ein Jahr dauern und mindestens eine Milliarde Euro kosten wird. Die Produktionskosten von einem Marschflugkörper betragen 600.000 bis 1.000.000 Euro, von der Unterhaltung von den dazugehörigen Truppen, Flugzeugträgern, Zerstörern und anderem Kriegsgerät mal ganz zu schweigen. So scheint die Vernichtung der Chemiewaffen schon allein aus finanziellen Gründen deutlich günstiger zu sein als ein bewaffneter Konflikt. Und dabei werden die mit Sicherheit auftretenden zahlreichen Zivilen Opfer nicht einkalkuliert. Wie auch. Dafür gibt es keine finanzielle Aufwandschätzung.

Frieden noch nicht greifbar

Ganz zufrieden scheint die USA mit dem Vorgehen nicht zu sein. Noch immer versuchen die Amerikaner, sich die Option eines Militärschlages offenzuhalten und üben weiter Druck auf Russland aus, einer harten Resolution zuzustimmen. Die Frage, die sich dabei stellt, bleibt aber: Was bringt ein Militärschlag wirklich? Tut Obama das, um sein Gesicht nicht zu verlieren? Will er mit ein paar Bomben und Marschflugkörpern Bashar al-Assad stürzen? Und wer kommt nach Bashar al-Assad? Fragen, auf die niemand eine Antwort hat.

Hat das syrische Regime Giftgas eingesetzt?

Hat Bashar al Assad den Giftgasangriff befohlen?

Zuzutrauen ist dem Regime von Bashar al-Assad der Einsatz von Giftgas in Syrien sehr wohl. Der Giftgasanschlag vom 21. August in Irbin, Ma’damiyye und anderen Vororten in Damaskus galt Orten, in denen sich Rebellen zurückgezogen hatten. Offenbar hat es in derselben Woche eine Großaktion der Rebellen gegen Damaskus gegeben mit dem Ziel, regierungsfreundliche Stadtteile anzugreifen. Deswegen soll Ma’damiyye syrischen Quellen zufolge zuvor auch heftig beschossen worden sein – weil sich Rebellen darin verschanzt hatten und das Regime auf ihrem Territorium bekämpfen wollten. Der Giftgaseinsatz könnte also zum Ziel gehabt haben, die sich in Wohnorten verschanzenden Rebellen zu töten und einen drohenden Angriff auf Damaskus so abzuwenden.

Haben die syrischen Rebellen Giftgas eingesetzt?

Die Frage bleibt jedoch: Warum hat das Regime Giftgas ausgerechnet in dem Moment eingesetzt, als die UNO Inspektoren im Land waren? Sah es keinen anderen Ausweg, um einen Angriff abzuwehren? Wollte es wirklich seine Verachtung gegenüber dem Westen zeigen?

Oder war es vielleicht doch eine der zahlreiche Oppositionsgruppen, al-Qaida-nah, die die USA zum Kriegseintritt bewegen wollte, indem sie just in dem Moment Wohngebiete bombardierte? Zuzutrauen wäre es ihnen ebenfalls. Schließlich gelten in ihren Augen nur strenggläubige Moslems. Alle anderen sind zu vernachlässigen. Und sollte doch ein Strenggläubiger sterben, kommt er als Märtyrer direkt in den Himmel.

Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Verschwörungstheorien, nach denen auch der Mossad oder die CIA die Giftgasanschläge angezettelt haben könnten. Motiv: unbekannt. Das problem belibt bestehen: wir wissen zu wenig und verurteilen, bevor wir die Fakten kennen. Und die Frage ist, ob wir die Fakten je kennen werden.

Eine Strafaktion gegen Bashar al-Assad

Das Regime ist für die Giftgasattacke in Syrien verantwortlich. Das scheint zumindest die gängige Meinung von Großbritannien, Frankreich und den USA zu sein. Immerhin wollen sie nun die Ergebnisse der UNO Inspektoren abwarten, bevor sie einen Krieg anzetteln. Einen Krieg, von dem sie genau wissen, dass er mit Luftschlägen – so gezielt sie auch sein mögen – nicht zu gewinnen ist. Eigentlich handelt es sich bei den geplanten Militärschlägen um eine hilflose und sinnlose Strafaktion. Eine Aktion, die zeigen soll: wir, der gute Westen, nehmen Giftgasattacken auf Zivilisten nicht hin.

Die Frage ist, wer damit bestraft wird. Zehntausende Syrer, die nahe militärischen Einrichtungen wohnen, haben ihre Häuser verlassen, viele sind in den Libanon geflohen. Die Angst vor Kollateralschäden ist allgegenwärtig. Das oft willkürlich scheinende Blutvergießen der USA im Irak ist nicht vergessen. Dass ein Militärschlag das Regime schwächen kann, mag sein. Dass es vor allem Zivilisten sind, die leiden werden, ist sicher.

Syrienkonferenz in Genf – die zweite

Die zweite Syrienkonferenz in Genf wird von vielen sehnsüchtig erwartet. Ein Frieden in Syrien ist aber erst dann in Sicht, wenn sich die Mächtigen dieser Welt einigen und ausreichend Einfluss auf ihre Verbündeten nehmen – die einzelnen Konfliktparteien im syrischen Bürgerkrieg.

Die USA muss Saudi Arabien und Qatar zurückpfeifen

Frieden kann es nur dann geben, wenn keine Waffen mehr geliefert werden. Das heißt nicht nur, dass nach der Syrienkonferenz in Genf Russland das syrische Regime zurückpfeifen und weitere Waffenlieferungen und finanzielle Unterstützung streichen müsste. Zugleich ist es ganz wesentlich, dass die USA Einfluss auf Saudi Arabien und Qatar ausübt, damit diese keine Waffen mehr an teils islamistische Rebellengruppen vergeben, die in Syrien einen Gottesstaat errichten wollen. Natürlich dürften dann die USA und auch Frankreich und Großbritannien die Rebellen nicht mehr versteckt und offen unterstützen.

Ein Frieden in Syrien wird nicht von den Syrern beschlossen

Es ist unwahrscheinlich, dass das Regime und die Rebellengruppen einen Kompromiss finden werden. Weder in Genf noch an sonst einem Ort dieser Welt. Zu viel Blut wurde auf beiden Seiten vergossen. Darüberhinaus gibt es keine Rebellengruppe, die für alle anderen Aufständischen sprechen könnte – und wollte. Ähnlich wie im Palästinakonflikt wird es eine Einigung erst dann geben, wenn die USA genug Druck ausübt. Im Falle des Nah Ost Konflikts könnte das bedeuten, keine Waffen mehr zu liefern und beispielsweise Sanktionen gegen Israel zu verhängen, wenn dieses weiterhin gegen international geltendes Recht verstößt. Das jedoch scheint undenkbar. Und so wird es wohl – ähnlich wie im nahostkonflikt – auch in Syrien erst einmal keinen Frieden geben. Syrienkonferenz in Genf hin oder her.

Das Regime lässt Zivilisten ziehen

Im Südwesten von Syrien, zwischen Damaskus und dem Örtchen Jedid Artuz lieg Ma’damiyye. Während des syrischen Bürgerkrieges haben sich Rebellen hier verschanzt. Die Straße, die zwischen den umliegenden Orten wie dem überwiegend von Christen bewohnten Jedid Artuz direkt an Ma’damiyye vorbeiführt, galt bereits lange nicht als sicher. Immer mussten die Syrer, die über diese Straße nach Damaskus wollten, mit Angriffen rechnen. Manchmal wurde der ein oder andere Kleinbus, Service genannt, sogar beschossen.

Das syrische Regime lässt Zivilisten ziehen

Nun hat das syrische Regime offensichtlich beschlossen, das Rebellennest auszuräuchern. Schon vor einigen Tagen wurde den Bewohnern von Ma’damiyye von Seiten des Regimes ein Ultimatum gestellt. Das Regime drohte offen mit einem Angriff und bot allen Zivilisten an, den Ort unbewaffnet zu verlassen. Es ist nicht bekannt, wie viele der Bewohner dem Angebot folgten. Am Donnerstag wurde Ma’damiyye dann aufs heftigste bombardiert. Die Detonationen erschütterten die ganze Gegend. Nun herrscht wieder Ruhe. Offenbar ist es dem Regime nicht gelungen, den Ort zu erobern.

Wie viele Todesopfer mag dieser Angriff gekostet haben? Wie viele Bewohner sind geflüchtet? Wie viele Familien sind trotz der Warnung geblieben? Diese Fragen kann niemand beantworten.

Die Straße nach Damaskus ist blockiert

Die syrischen Truppen haben Ma’damiyye umstellt. Die Straße nach Jedid Artuz ist nicht mehr passierbar. Die Bewohner von Jedid Artuz können seit zwei Tagen nicht mehr nach Damaskus fahren. Eine neue, halbwegs sichere Route für die Services und andere Transportmittel soll im Süden um Ma’damiyye herumführen. Doch die Bewohner haben Angst. Unbekannte beschießen auf dieser Strecke regelmäßig die kleinen Minibusse. Der Terror hat Syrien weiterhin fest im Griff. Ein Ende scheint nicht in Sicht.

Giftgas in Ma’damiyye

Nachtrag vom 26.08.2013: Genau hier, in Mu’damiyye, das die Rebellen über ein Jahr gehalten haben, soll das syrische Regime Giftgas eingesetzt haben. Ausführungen des Spiegel von heute zufolge wurden hier auch UNO Inspektoren beschossen. Das scheint dann doch wieder ein deutlicher Fingerzeig zu sein, dass das Regime schuld gewesen sein könnte… Doch wer kann das schon genau sagen.

Giftgas in Syrien

Aktuelle Syrien Nachrichten, 25.08.2013

Nun ist es wohl passiert – am 21.08.2013 wurde in Syrien Giftgas in großem Stil im Gebiet Ghouta nahe Damaskus eingesetzt. Für die Briten und die Franzosen steht bereits fest, dass das Regime von Bashar al-Assad schuld ist. Das bestreitet bisher alle Vorwürfe. Syrer in Syrien haben währenddessen Gerüchte gehört, dass Sattelitenüberwachungsbilder belegen, dass die Raketen von Gebiet der Rebellen abgeschossen wurden.

Wem nützen die Syrien Giftgas Anschläge?

Natürlich fällt der Verdacht zuerst auf das Regime. Schließlich ist das Regime böse und wenn in Syrien Giftgas eingesetzt wird, dann doch sicher nicht von den um ihre Freiheit kämpfenden Rebellen. Oder? Wie immer, ist das nicht so einfach zu sagen.

Die Frage ist: warum setzt das Regime ausgerechnet jetzt, wo die UN Botschafter im Land ist, Giftgas ein – und das auch noch gegen die Zivilbevölkerung? Wenn dies eine Botschaft sein soll, was soll sie bewirken? Natürlich ist es aber so, dass das Regime noch immer mit Russland und dem Iran mächtige Verbündete hinter sich weiß.

Was, wenn die Rebellen in Syrien Giftgas eingesetzt haben?

Der Spiegel berichtet aktuell über einen in Homs eingeschlossenen Syrer, der jeden Tag ums Überleben kämpft und von unzähligen Todesopfern unter Zivilisten berichtet. Er berichtet, dass es in Syrien nur etwa 5000 al-Qaida-Nahe Gotteskrieger geben soll, die an den Jihad glauben und deren Ziel es ist, einen fundamentalistischen Gottesstaat zu errichten. Er wirft den internationalen Medien vor, verzerrt über den Bürgerkrieg zu berichten. Die Realität sieht jedoch wohl anders aus. Unzählige unterschiedliche Oppositionsgruppen mit den unterschiedlichsten Interessen trachten danach, das Regime zu zerstören. Zivilisten sind dabei Nebensache. Manchen dieser al-Qaida nahen Splittergruppen würden mit Sicherheit nicht davor zurückschrecken in Syrien Giftgas im großen Stil einzusetzen. Die getöteten Frauen und Kinder wären dann in ihren Augen Märtyrer, die direkt in den Himmel kommen. Man muss eben manchmal Opfer bringen. Gott will es so. Natürlich muss es aber nicht so gewesen sein.

Der Anschlag wird sich verutlich nie aufklären lassen

Mit Sicherheit werden sich das Regime und die verschiedenen Rebellengruppen weiter den schwarzen Peter zuspielen. Ob der Giftgasanschlag je richtig aufgearbeitet wird, bleibt fraglich. Fakt ist: die Lage in Syrien wird sich erst dann ändern, wenn sich die Mächtigen dieser Welt zusammenraufen, eine Lösung finden und ihre Bundesgenossen unter Druck setzen. Vorher wird es kaum Frieden geben können. Zu groß sind die unterschiedlichen Interesssen von den USA, Russland, den einzelnen EU Ländern, Großbritannien, Saudi Arabien, Iran und so weiter. Solange diese keinen Einfluss ausüben, können in Syrien Giftgas Anschläge jederzeit wieder passieren.

 

 

Syrische Rebellen begehen Kriegsverbrechen

Aktuelle Syrien Nachrichten vom 12.08.2013

Syrische Rebellen haben mehrere alawitische Dörfer überfallen, die männlichen Bewohner massakriert und Frauen und Mädchen verschleppt. Mehrere arabische Medien berichten über aktuelle Gräueltaten der syrischen Rebellen. Nachdem die syrische Armee insbesondere in der Gegend um Homs immer größere Gebiete und Viertel zurückerobert, attackieren Rebellen ganz bewusst die alawitische Zivilbevölkerung in Küstennähe. Die Alawiten halten fest zu Präsident Bashar al-Assad, der selbst zu dieser religiösen Minderheit gehört.

Syrische Rebellen und ihre Verbrechen – Berichterstattung  in Deutschen Medien mangelhaft

Die syrischen Rebellen greifen zu allen Mitteln, um das syrische Regime unter Druck zu setzen. Der Spiegel hat zu diesem Thema einen langen Artikel verfasst. Die von den syrischen Rebellen begangenen Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Massaker werden darin lediglich mit zwei Sätzen abgehandelt. Der Artikel berichtet ausführlich von mehreren Toten bei Luftangriffen, darunter sollen 10 Zivilisten gewesen sein.

Anschließend berichtet er von mehreren hundert Toten, die die syrischen Rebellen getötet haben und widmet sich sodann erneut vor allem Kriegsverbrechen, die vom Regime begangen wurden.

Sollen Kriegsverbrechen der syrischen Rebellen unter den Teppich gekehrt werden?

Die Berichterstattung in den Deutschen Medien über den Bürgerkrieg in Syrien ist nach wie vor sehr einseitig. Verbrechen, die das Regime begangen haben soll, werden in aller Ausführlichkeit geschildert, mögliche Verbrechen der syrischen Rebellen dagegen nur nebenbei erwähnt.

Vielleicht liegt es daran, dass das syrische Regime weniger informationen herausgibt als die Rebellen oder das Berichte der syrischen Regierung von vorneherein als unglaubwürdig eingestuft werden.

Fakt ist: in Syrien begehen beide Seiten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Und es ist die Aufgabe der Medien, neutral zu berichten, statt Sympathien für größtenteils islamistische Rebellen zu erwecken. Solange dies nicht geschieht, ist die Berichtserstattung über syrische Rebellen und das syrische Regime im Syrienkonflikt eine Farce.

Syrische Armee auf dem Vormarsch

Aktuelle Syrien Nachrichten vom 30.07.2013

Rückeroberungen des Regimes

Die syrische Armee ist weiter auf dem Vormarsch. Arabischen und deutschen Medienberichten zufolge wurde in Homs der strategisch wichtige Stadtteil Khaldiyye eingenommen. Insgesamt soll das Militär 80 Prozent von Homs unter Kontrolle haben. In Damaskus hat das Regime das Viertel um den zentralen Busbahnhof im Norden der Stadt zurückerobert. Von hier fuhren einst die Busse nach Homs, Hama und Aleppo ab. Schätzungen gehen mittlerweile von über 100.000 Toten im Syrienkonflikt aus.

Die Rebellen haben trotz Waffenlieferungen kaum eine Chance

Obwohl insbesondere Saudi Arabien und Qatar weiter Waffen liefern, wird die Menge wohl nicht ausreichen, um das Regime zu stürzen. Die USA versuchen weiter, säkuläre Rebellengruppen mit Waffen zu beliefern – aber nicht mehr allein mit dem Zweck, das Regime zu stürzen, sondern diese Kräfte im Kampf gegen islamistische Gruppierungen wie al-Nusra und al-Qaida zu stärken. Zwar hatte Obama einst angekündigt, dass bei einem Einsatz von Chemiewaffen von Seiten des Regimes  eine rote Linieüberschritten sei. Allerdings scheint es doch nicht in seinem Interese zu sein, Islamisten mit Waffen auszustatten. Im Übrigen hat er sich nicht dazu geäußert, was er im Fall eines Chemiewaffeneinsatzes von seiten der Rebellen zu tun gedenkt.

Kein Engagement der USA im Syrienkonflikt

Die USA haben grundsätzlich kein Interesse eines Engagements in Syrien, wie in Afghanistan oder im Irak. Nach einer Hochrechnung von Generalstabschef Dempsey würde ein Krieg in Syrien die USA mehrere Milliarden im Monat kosten – eine Verpflichtung, die sich die USA nicht noch einmal auferlegen möchte. Die USA rechnen dafür mit einer Teilung Syriens. Das Regime unter Bashar al-Assad wird voraussichtlich Damaskus, Homs und die Küste halten können, die Rebellen werden sich vermutlich im Norden festsetzen – und vermutlich versuchen, dort einen Gottesstaat zu errichten. Die Kurden werden eine dritte Macht im Nordosten des Landes darstellen – und mit ihrer dortigen Präsenz gegebenenfalls die türkischen Kurden dazu aufstacheln, eigene Unabhängigkeitsbestrebungen fortzusetzen. Leider sieht es nicht so aus, als ob Syrien in den nächsten Jahren zur Ruhe kommen kann.

Droht ein neuer Bürgerkrieg im Libanon?

Place des Etoiles - das Herz von Beirut

Place des Etoiles – Beirut

Aktuelle Syrien Nachrichten vom 19.07.2013

Droht ein neuer Bürgerkrieg im Libanon? Ein aktueller Artikel, bereitgestellt vom Friedensratschlag der Universität Kassel, ursprünglich veröffentlicht von der Tageszeitung Junge Welt, gibt Einblick in die Lage im Libanon.

Hilfslieferungen für syrische Flüchtlinge im Libanon

Dem Artikel zufolge belastet die hohe Zahl der syrischen Flüchtlinge das kleine Nachbarland erheblich. Das noch immer vom jahrelang dauernden Bürgerkrieg zwischen 1975 und 1990 geschwächte Land kann die hohe Zahl an syrischen Flüchtlingen kaum aufnehmen. Syrer erledigen viele Arbeiten im Libanon für weniger Geld, als es sich die Einheimischen leisten können – die hohe Nachfrage treibt die Mieten in die Höhe, zugleich steigt die Arbeitslosigkeit. Das Leben im Libanon ist im Vergleich deutlich teurer als in Syrien. Die syrischen Flüchtlinge erhalten Hilfslieferungen, die Libanesen, von denen viele nicht sehr wohlhabend sind, schauen in die Röhre. Syrer betteln auf den Straßen von Beirut, während arme Syrer in ärmlichen Regionen im Norden Zuflucht suchen.

Droht ein neuer Bürgerkrieg im Libanon?

Umkämpft ist mittlerweile nicht nur die Region rund um das nördliche Tripolis. Auch im Süden kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Islamisten und der Hizbollah beziehungsweise mit der libanesischen Armee. Der Libanon, ein einstmals beliebtes Tourismusziel insbesondere in der arabischen Welt, gerät zunehmend wieder in den Sog eines neuen Bürgerkrieges. Im letzten Konflikt kämpfte jeder gegen jeden – verschiedene christliche Gruppierungen verbündeten sich wahlweise mit Sunniten, Schiiten, Syrern oder Israelis, um kurzfristige Bodengewinne zuerzielen – und sich am nächsten Tag mit anderen Gruppierungen gegen die Verbündeten des Vortages zusammenzuschließen. Hoffen wir, dass zumindest dieses Schicksal dem kleinen Land an der Levante erspart bleibt.